Einfluss unterschiedlicher Vermarktungsformen auf die Treibhausgas-Emissionen ausgewählter Gemüsearten unter Berücksichtigung des Einkaufsverkehrs

 

Diplomarbeit an der Universität für Bodenkultur (BOKU)

verfasst von

 

Ekkehard Lughofer

 

Betreuung durch:

Ao. Prof. DI Dr. Stefan Vogel

Institut für nachhaltige Wirtschaftentwicklung - BOKU

 

DI Dr. Thomas Lindenthal

Zentrum für globalen Wandel – BOKU

 

Kurzfassung:

In der vorliegenden Arbeit wurden die Treibhausgasemissionen (THGE) entlang der Versorgungskette von Bio-Gemüse (Tomate, Kopfsalat, Karotten, Kartoffeln) aus Direktvermarktungskanälen (Hofladen, Bauernmarkt, Hauszustellung) eines Beispielbetriebes aus dem Marchfeld in Niederösterreich analysiert. Der Focus lag vor allem auf Unterschieden in den Produktphasen Lagerung, Verpackung und Transport, wobei der Transportschritt zu den Haushalten der KonsumentInnen (Einkaufsverkehr) ebenfalls integriert wurde. Ziel war, den Effekt von Bio-Gemüse-Direktvermarktungs-Modellen auf die Höhe der THGE entlang der Versorgungskette zu erheben, mögliche Einsparungspotentiale aufzuzeigen und einen Vergleich mit den TGHE von Gemüse aus dem Supermarkt anzustellen. Die Bilanzierung erfolgte als „Gate to Gate“ Assessment in Anlehnung an ISO-Norm 14040 und 14044. Neben Primärdaten des Beispielbetriebes wurden Daten aus der Literatur und Ökobilanz-Datenbanken (Ecoinvent V2.2., Gemis 4.5) herangezogen. Die Berechnungen zeigten beispielsweise, dass ein 4kg Vergleichswarenkorb mit je 1kg der betrachteten Bio-Gemüsearten bei Hauszustellung in Wien mit 513g CO2eq die vergleichsweise niedrigsten THGE verursacht, gefolgt vom Bauernmarkt mit 568g CO2eq und 628g CO2eq bei Einkauf im Supermarkt unter jeweiliger Berücksichtigung des Einkaufsverkehrs. Bei ausschließlichem Einkauf zu Fuß, verursacht der Bio-Gemüsewarenkorb vom Bauermarkt mit 452g CO2eq, die niedrigsten THGE während der Warenkorb aus dem Supermarkt mit 512g CO2eq nahezu gleichauf mit jenem per Hauszustellung (513g CO2eq) liegt. In ländlichen Regionen werden auf Grund des Einkaufsverkehrs und längeren Hauszustellungsfahrten um bis zu 300% höhere THGE/kg Gemüse als in Wien verursacht. Durch PKW-Fahrten zum Hofladen können im Vergleich zu den betrachteten Alternativen deutlich höhere THGE/kg Bio-Gemüse entstehen. Eine Einsparung an Einkaufsfahrten per PKW, durch Hauszustellung oder Einkauf am Bauernmarkt, kann zu einer Reduktion der THGE beitragen.

Downloads:

Artikel in unserer Kundenzeitschrift "aufg´weckt"

Postervortrag CO2-Bilanz von Vermarktungswegen, Ekkehard Lughofer